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Nierstein, Vernissage mit Kurator Andreas Pitz - "Flagge zeigen - gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit"

Beschreibung

Der Geschichtsverein Nierstein lädt ein zur Vernissage der Ausstellung "Flagge zeigen - gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit" mit dem Kurator Andreas Pitz in die Riesling-Galerie am 16. Januar um 18 Uhr ein.

Zeitgenössische Kunst ist ein ideales Medium, gesellschaftlich relevante Themen in der Öffentlichkeit aus einer anderen Perspektive in den Blick zu nehmen und in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

Die künstlerischen Positionen dieser Ausstellung können uns dabei behilflich sein im aktuell schwierigen gesellschaftlichen Diskurs Stellung zu beziehen. In der Rathausgalerie werden Druckgrafiken von 15 berühmten Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit dem Thema Ausgrenzung und Fremdenhass auseinandergesetzt haben, präsentiert.

Es sind ausdrucksstarke Werke von bedeutenden Vertretern der zeitgenössischen Kunstszene wie z.B. Max Bill, Christo, Jochen Gerz, A.R.Penck und Rosemarie Trockel sowie Schriftstellern wie Günter Grass und dem Musiker Wolfgang Niedecken.

Klaus Staeck, der bekannte Grafiker aus Heidelberg und langjährige Präsident der Akademie der Künste hat bereits 1994, also vor über 30 Jahren, nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Hoyerswerda und Rostock Lichtenhagen, unter dem Motte FLAGGE ZEIGEN Kunstschaffende aufgefordert, mit künstlerischen Mitteln auf diese furchtbaren Ereignisse zu reagieren.

Er selbst beschrieb diese Kampagne folgendermaßen:

Künstlerinnen und Künstler zeigen Flagge für demokratisches Engagement, gegen Gewalt, Fremdenhass und Verdrängung – keine Spur von Verdrossenheit, Rückzug oder gar Flucht. Sie mischen sich mit ihren Mitteln in die Auseinandersetzungen innerhalb der Gesellschaft ein.

Eine politisch-kulturelle Erneuerung ist dringend geboten.

Kaum ein Vorurteil hält sich hartnäckiger als jenes vom Schweigen der Künstler.

Hier jedenfalls melden sich Künstlerinnen und Künstler zu Wort und zu Bild. Dieses Projekt ist ein künstlerischer Zwischenruf zur Verteidigung der Demokratie, die in Zeiten sozialer Umwälzungen und rechtsextremistischer Bedrohungen besonders gefährdet erscheint.

Eine Einführung gibt Kurator Andreas Pitz, der 20 Jahre lang als Sozialarbeiter die Wohnungslosenhilfe der Diakonie in Mainz verantwortete. Seit 2005 ist er im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit für Kirche und Diakonie tätig. In diesem Zusammenhang hat er mehrere Kunstausstellungen zu gesellschaftlich relevanten Themen auf den Weg gebracht, die mit großem Erfolg bundesweit präsentiert wurden. Er lebt mit seiner Familie seit 1990 in Nierstein.Die Ausstellung wird von der Stadt Nierstein in Kooperation mit dem Geschichtsverein, dem Weltladen und der AWO Nierstein durchgeführt.

Die Ausstellung kann bis Ende März 2026 zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden. Rathaus der Stadt Nierstein, Bildstockstraße 10, 55283 Nierstein