Nächste Termine in Rhein-Selz
Zwischen Rhein und Selz: eine neue Rubrik für lokale Nachrichten
Die Frage kam über Monate immer wieder in mein Postfach, mal als Nachricht bei Instagram, mal als Mail: "Schreibst du eigentlich auch mal, was hier wirklich los ist?" Gemeint war nicht das nächste Weinfest. Gemeint war das, worüber am Gartenzaun geredet wird und was man danach doch nirgends nachlesen kann: was im Rat beschlossen wurde, warum ein Verein aufgibt, was aus dem Grundstück am Ortsrand werden soll, usw.
Bisher habe ich darüber nur gelegentlich geschrieben, immer dann, wenn mir jemand einen fertigen redaktionellen Beitrag geschickt hat. Ab jetzt wird mehr daraus. "Rhein-Selz geht aus" bekommt eine neue Rubrik: Zwischen Rhein und Selz.
Wer aufmerksam mitliest, hat es vielleicht schon gemerkt: Ganz still angefangen haben wir längst. Am meisten gelesen wurde bisher Gregors Kommentar "Das kleine Rädchen im großen Getriebe" über die Afrikanische Schweinepest und die Bürgerversammlung in Oppenheim, fast ebenso oft "Lang gewünschte Informationsversammlung". Der eine Text ordnet ein, der andere berichtet nüchtern, was gesagt wurde. Dass beide so viele Leserinnen und Leser gefunden haben, zeigt mir vor allem eines: Neutrale Berichterstattung wird hier gebraucht.
Das kleine Rädchen im großen Getriebe
Warum jetzt und nicht schon längst?
Weil ich es allein nicht seriös hinbekommen hätte. Zu einer Ratssitzung gehen, mitschreiben, nachfragen, Zahlen prüfen, beide Seiten hören: Das ist ein Handwerk, und es kostet Zeit. Die hatte ich neben Veranstaltungen, Wandertipps und Weinthemen nicht.
Seit August habe ich professionelle Unterstützung. Gregor Starosczyk-Gerlach ist freier Journalist und Experte für lokale Berichterstattung. Er kennt die Abläufe in einer Sitzung, er weiß, wen man hinterher anrufen muss, und er schreibt auf, was er gesehen hat, ohne dass ich ihm sagen müsste, wie es auszugehen hat.
Was in der Zeitung immer seltener steht
Der zweite Grund liegt nicht bei mir, sondern bei der Zeitung. Die klassische Lokalberichterstattung wird dünner, Jahr für Jahr. Die gedruckte Ausgabe können und wollen sich immer weniger Menschen leisten. Und was digital erscheint, steht oft hinter einer Bezahlschranke; wer wissen will, was im eigenen Ort entschieden wurde, landet nach zwei Sätzen bei der Aufforderung zum Abo.
Das finde ich aus einem einfachen Grund problematisch: Wer hier wohnt, sollte mitbekommen, was hier passiert, ohne dafür zu bezahlen. Deshalb bleibt alles in dieser Rubrik frei zugänglich. Keine Registrierung, kein Zählwerk, das nach dem dritten Artikel zumacht, keine Rechnung am Monatsende.
Damit du nichts verpasst
Ein Abo brauchst du dafür nicht. Abonnieren kannst du die Rubrik trotzdem, nur eben kostenlos: Du trägst deine E‑Mail-Adresse ein, und sobald ein neuer Beitrag aus "Zwischen Rhein und Selz" erscheint, liegt eine kurze Benachrichtigung in deinem Postfach. Kein Newsletter mit zwanzig Themen, keine Werbung dazwischen, nur der Hinweis, dass es etwas Neues gibt.
Deine Adresse brauchen wir allein dafür. Wir geben sie nicht weiter, wir schreiben dich nicht unaufgefordert an, und du bekommst von uns keine Bitte um Spenden, keine Umfrage und kein Angebot untergeschoben.
Abmelden geht mit einem Klick, und zwar sofort. Du findest das Anmeldefeld am Ende des Blogs.
Wie wir arbeiten
Wir gehen hin. Wir sitzen in der Bürgerversammlung, wir bleiben nach der Sitzung noch im Flur stehen, wir rufen am nächsten Tag an, wenn eine Antwort zu glatt geklungen hat. Wir besuchen die Vereine, wir gehen in die Ratssitzungen, und wir berichten so objektiv, wie es geht: was wurde gesagt, was wurde beschlossen, wer sieht es anders. Und wenn einer von uns doch einmal eine eigene Meinung hat, dann steht Kommentar darüber. So weißt du immer, ob du gerade einen Bericht liest oder eine Haltung.
Was du von uns nicht bekommst: Empörung als Geschäftsmodell. Ich habe kein Interesse daran, aus jedem Streit über einen Bebauungsplan ein Drama zu machen. Es geht darum, dass du hinterher weißt, woran du bist.
Heimlich bezahlte Beiträge bekommst du bei uns auch nicht. Alles, was bezahlt ist, wird mit Anzeige gekennzeichnet. Das war hier schon immer so und ändert sich mit dieser Rubrik ganz sicher nicht.
Sag uns, wo wir hinschauen sollen
Und jetzt kommst du ins Spiel. Wir sind zwei Leute, keine Redaktion mit zwölf Schreibtischen. Wenn in deinem Ort etwas ansteht, wenn dein Verein etwas zu erzählen hat, wenn dir bei einer Entscheidung das Gefühl bleibt, dass da noch mehr dahintersteckt: schreib uns. Am einfachsten per Mail an
Ich bin selbst gespannt, wohin das führt. Nach sieben Jahren, in denen ich hier über Feste, Wanderwege und Weingüter geschrieben habe, fühlt sich das nach einem großen Schritt an. Aber offensichtlich ist es der, den ihr euch gewünscht habt. Also los.
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