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Neue Wasser- und Matschspielanlage in Nierstein eröffnet
Barfuß durch Sand und Wasser, und mittendrin ein Kinderlachen. Kurz nach 17 Uhr, am Mittwochnachmittag, hatte sich bereits eine Traube Kinder um die neue Wasser- und Matschspielanlage in Nierstein versammelt. Mit kleinen Händen bauten sie Sandhindernisse, ganz konzentriert, und beobachteten gespannt, wo und wie sich das Wasser seinen Weg bahnte.
Kinderlachen als schönster Beweis
Die Stadt Nierstein hatte zur feierlichen Eröffnung eingeladen, und gekommen waren viele: Familien, Kinder, Nachbarn, die einfach neugierig waren, was da in den vergangenen Monaten entstanden ist. Sozialbeigeordneter Michael Sander brachte es auf den Punkt: "Die neue Anlage sei ein weiterer wichtiger Baustein für ein familien- und kinderfreundliches Nierstein. Es geht um mehr als nur Spielspaß, es geht ums gemeinsame Erleben". Kinder, die mit Wasser und Sand hantieren, mit den Händen matschen, etwas bauen und wieder einreißen, spüren die Elemente auf eine Art, die kein Bildschirm ersetzen kann. Und genau dieses Strahlen in den Kindergesichtern war an diesem Nachmittag der schönste Beweis dafür, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat.
Eine technische Meisterleistung des Bauhofs
Was auf den ersten Blick nach einem einfachen Spielgerät aussieht, steckt voller Aufwand. Grundlage war ein Stadtratsbeschluss mit Umsetzungsplan aus dem Oktober 2025, danach übernahm der städtische Bauhof den Löwenanteil der Arbeit. Der Stadt war dabei wichtig, bewusst auf Trinkwasser statt auf Grundwasser zu setzen, damit sich die Kinder beim Spielen nicht mit Keimen anstecken können. Diese Entscheidung machte den Aufwand deutlich größer: Unter der Leitung von Kim Rech grub das Bauhofteam auf rund 160 Metern Länge einen Graben in einem Meter Tiefe, damit die neue Trinkwasserleitung frostsicher verlegt werden konnte. Dazu kam ein eigener Übergabeschacht an die Trinkwasserversorgung. Und weil ein Wasserspielplatz nicht von allein läuft, koordinierte der Bauhof gemeinsam mit dem Sozialbeigeordneten auch die Materialbeschaffung sowie die Abstimmung mit der Wasserversorgung Rheinhessen (WVR) und den beteiligten Tiefbaufirmen. Kein kleines Projekt für einen Bolzplatz.
Gemeinsam finanziert
Rund 9.500 Euro kostete allein der Tiefbau mit den beiden Übergabeschächten und dem Wasseranschluss. Für das eigentliche Spielgerät samt Sandkasten kamen noch einmal gut 3.000 Euro dazu, bewusst gefertigt aus witterungsbeständigem Recycling-Kunststoff. Ein erheblicher Teil dieser Summe musste nicht aus dem Stadtsäckel kommen, sondern wurde gespendet. Möglich gemacht hat das ein Charitylauf anlässlich der B9-Viadukteröffnung 2024, initiiert von der Firma Eiffage gemeinsam mit der Stadt Nierstein. 5.705 Euro kamen dabei zusammen, fast 40 Prozent der Gesamtkosten. Erlaufen, nicht verwaltet.
Von Herzen: Danke!
Beigeordneter Michael Sander nutzte die Eröffnung, um sich bei allen zu bedanken, die das möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank galt dem Bauhofmitarbeiterteam für die technische Meisterleistung sowie dem Installationsbetrieb Hans-Joachim Kehl für die Abnahme und der WVR. Bedankt hat er sich außerdem bei Dirk Deigmöller, Fachgebietsleiter bei Eiffage, und dessen Tochter Hannah, die den Charitylauf 2024 maßgeblich mit angestoßen hatte. Und nicht zuletzt bei den städtischen Gremien sowie allen Spenderinnen und Spendern, von Einzelpersonen bis zur Niersteiner Vereinswelt, ohne die dieses Projekt so nicht möglich gewesen wäre.
Doch Wasser und Sand sind nicht alles, was der neue Spielplatz zu bieten hat. Wer genauer hinschaut, entdeckt zum Beispiel auch ein Inklusiv-Karussell, auf dem Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen können. Dazu kommen die klassischen Spielgeräte, die einfach dazugehören: Schaukeln, Klettergerüste, ein Bolzplatz und sogar eine Feuerstelle. Wer eine Pause braucht, findet schattige Sitzgelegenheiten mit Tischen und Bänken. Kein Wunder, dass die Anlage schon jetzt von Groß und Klein gleichermaßen gerne angenommen wird.
Am Ende zählt sowieso nur eins: das Lachen der Kinder, die nasse Kleidung, die man am Abend wieder auswaschen muss, und ein neuer Lieblingsort mitten in Nierstein.
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