Der Gaustein, oder Tönnchen, wie er liebevoll genannt wird, steht direkt an der Grenze zur Gemarkung Hillesheim und wurde 1831 errichtet, um an den Bau der Gaustraße zu erinnern.
Die Gaustraße war eine bedeutende rheinhessische Provinzialstraße, die Mainz und Worms verband. Von 1820 bis 1830 entstand diese wichtige Fernverbindung zwischen dem Schillerplatz in Mainz und dem Martinstor in Worms – größtenteils entspricht sie der heutigen Landesstraße L 425. Überall in Rheinhessen begegnet ihr Spuren dieser Straße: in Selzen, Köngernheim, Weinolsheim, Hillesheim, Friesenheim und Dolgesheim sowie am Gautor in Mainz oder in Oppenheim. Der geografische Mittelpunkt der Strecke zwischen Mainz und Worms liegt genau zwischen Dolgesheim und Hillesheim – genau hier wurde der Gaustein aufgestellt.
Die Inschriften an den Gaustraßen in den Gemeinden sind inzwischen stark verwittert. Auf der Rückseite des Gausteins ist jedoch noch gut lesbar: „2 Fuss: Grosh. Hessisches Längenmaas wovon 4 einen Mêtre 10 eine Gr. Hessische Klafter und 1500 Klafter eine Stunde betragen.“ Damit sind die damals üblichen großherzoglich-hessischen Längenmaße und ihre Umrechnungen dokumentiert.
Dieser Stein erzählt von einer Zeit, als Wege bedeuteten, Regionen zu verbinden und Menschen zusammenzubringen.


