Header RSGA 2025 3

Anzeige - Weingut Jakob Gerhardt
Schriftgröße: + –
5 Minuten Lesezeit (1075 Worte)

Aus der Oppenheimer Einwohnerversammlung: Zwei Sanierungen und ein Rechtsstreit

Einwohnerversammlung_Sanierungen-und-Rechtsstreit

Oppenheim macht Kassensturz bei seinen Gebäuden.

OPPENHEIM. Bei der Einwohnerversammlung am Donnerstag, 20. August, in der Emondshalle ging es gleich dreimal um städtische Gebäude. Die Emondshalle ist energetisch saniert und trägt seit dem Umbau eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die Trauerhalle auf dem Friedhof soll bis zum Jahresende fertig sein. Um die Landskronhalle dagegen streitet die Stadt seit zwei Jahren vor Gericht, ohne dass eine Entscheidung in Sicht wäre. 

Emondshalle erzeugt künftig eigenen Strom

Die energetische Sanierung und der Erhalt der Emondshalle gehörten zu den größeren abgeschlossenen Bauprojekten der Stadt. Stadtbürgermeisterin Silke Rautenberg (AL) zeigte sich bei der Versammlung sehr zufrieden damit, dass Oppenheim für die Arbeiten eine Landesförderung von rund 744.000 € erhalten hat.

Das Geld ist in die Dämmung des Dachs an der denkmalgeschützten Halle geflossen. Zudem wurde das Dach vollständig neu eingedeckt. Zusätzlich erhielt die Dachfläche eine Photovoltaikanlage. Bei der Gelegenheit ließ die Stadt auch den Außenanstrich erneuern und das zuvor stark angegriffene Fachwerk aufarbeiten.

Aktuell sei aber noch die Finanzierung eines Stromspeichers offen, so die Stadtbürgermeisterin. Die Photovoltaikanlage erzeuge den größten Teil der Energie tagsüber, während der Strom in der Emondshalle vor allem abends für Beleuchtung und Heizung benötigt werde. Deshalb habe die Stadt einen Nachtrag zum bestehenden Förderantrag gestellt. Weitere 40.000 € sollen für die Anschaffung des Speichers eingesetzt werden. Rautenberg zeigte sich zuversichtlich, dass im Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI) noch ausreichende Mittel zur Verfügung stehen. Neue Vorhaben könnten dafür zwar nicht mehr angemeldet werden, Ergänzungen zu bereits bewilligten Projekten seien jedoch möglich.

Zusätzlich wurde im Dachgeschoss ein Fenster eingebaut, das als zweiter Rettungsweg dient. Der dortige Raum war bereits in der Vergangenheit genutzt worden. Aus Brandschutzgründen durfte er zuletzt jedoch nur noch als Lagerfläche dienen, weil ein weiterer Rettungsweg fehlte. Durch das neue Fenster könne das Dachgeschoss wieder als Aufenthaltsraum freigegeben werden.

Damit gewinnt die Stadt einen zusätzlichen größeren Raum, der nach Einschätzung Rautenbergs auch für Vereine attraktiv ist. Interesse hätten unter anderem die in den Städtepartnerschaften engagierten Vereine und möglicherweise der Schachclub signalisiert.

Die Sanierungsarbeiten sind nach Angaben der Stadtbürgermeisterin abgeschlossen und abgerechnet. Sollte auch der Stromspeicher gefördert und eingebaut werden, könnten perspektivisch Ladestationen für städtische Elektrofahrzeuge hinzukommen. Eine öffentliche Nutzung wäre nach Rautenbergs Angaben aufgrund der Förderbedingungen nicht möglich, weil der mit der Anlage erzeugte Strom nicht an Dritte weitergegeben werden dürfe. Die energetische Sanierung wurde vom Land Rheinland-Pfalz gefördert. 

Trauerhalle: Sanierung soll bis Jahresende abgeschlossen sein

Die Sanierung der Oppenheimer Trauerhalle schreitet voran. Insgesamt investiert die Stadt nach Angaben von Rautenberg rund 610.000 € in das Gebäude und sein unmittelbares Umfeld. Die Absicht ist, die Arbeiten bis zum Ende des Jahres abzuschließen.

Rautenberg verwies bei der Versammlung auf einen Neubau in Bad Neuenahr-Ahrweiler, den sie beim Tag der Architektur in Rheinland-Pfalz gesehen habe. „Die neue Trauerhalle ähnelt dem Oppenheimer Gebäude, hat aber rund sechs Millionen Euro gekostet." Umso erfreulicher sei es, dass die Stadt ihre bestehende Halle für etwa ein Zehntel dieses Betrags umfassend instand setzen könne.

Handeln musste die Stadt allerdings, wie Rautenberg ausführte. Durch das beschädigte Dach sei wiederholt Regen eingedrungen. „Die Mitarbeiter des Bauhofs mussten regelmäßig Pfützen beseitigen."  Auch die Nebenräume hätten sich in einem schlechten Zustand befunden. Die elektrische Fußbodenheizung hat hohe Stromkosten verursacht.

Denn der Steinboden musste vor einer Trauerfeier etwa zehn Stunden lang aufgeheizt werden, um zumindest ein etwas angenehmeres Raumgefühl zu schaffen. „Dennoch ist die Halle häufig kalt geblieben", so Rautenberg. Die neue Infrarotheizung, die seit März 2026 installiert ist, erreicht schneller ihre Wirkung. Genutzt wurde sie wegen der wärmeren Jahreszeit bislang nur selten. War das der Fall, so habe sich mit rund einer Stunde Vorlauf eine angenehme Raumtemperatur herstellen lassen. „Und das mit nur einem Bruchteil der bisherigen Energie", erläuterte Rautenberg.

Belastbare Aussagen zur tatsächlichen Einsparung erwartet die Stadtbürgermeisterin aber erst nach der kommenden Heizperiode.

Im Zuge der Sanierung wurden die Trauerhalle innen und das gesamte Gebäude außen neu gestrichen. Zudem erhielt die Trauerhalle ein vollständig neues Dach, auf dem echter Schiefer den bisherigen Kunststoffschiefer ersetzte. „Etwas teurer, aber voraussichtlich mit einer etwa doppelt so langen Lebensdauer", so Rautenberg.

Noch nicht abgeschlossen sind laut Rautenberg die Arbeiten am Sockel und im Außenbereich. Die großen Waschbetonplatten vor dem Eingang sind teilweise gebrochen und stellen Stolperfallen dar. Sie sollen durch kleinteiliges Pflaster ersetzt werden. Dieses könne sich besser an das abschüssige Gelände anpassen und breche nicht so leicht wie großformatige Platten, führte sie aus.

Auch die Wege rund um die Trauerhalle sollen in die Arbeiten einbezogen werden. Damit wird zugleich die Barrierefreiheit verbessert. Außerdem soll die sanierungsbedürftige Toilette zu einer barrierefreien Anlage umgebaut werden.

Die 1968 errichtete Trauerhalle sei inzwischen fast 60 Jahre alt, erinnerte Rautenberg. Für die anspruchsvolle Sanierung habe die Stadt einen geeigneten Architekten gefunden. Nach aktuellem Stand könnten sämtliche vorgesehenen Arbeiten innerhalb des Budgets von 610.000 € umgesetzt werden.

Rechtsstreit um Landskronhalle zieht sich seit zwei Jahren hin

Im seit zwei Jahren andauernden Rechtsstreit um die Landskronhalle, eine ursprünglich von der Stadt errichtete Halle, zeichnet sich weiterhin keine Entscheidung ab. Das berichteten die Verantwortlichen bei der Versammlung. Die Stadt sei mit der gegenwärtigen Situation „sehr, sehr unglücklich", sagte Rautenberg. Sie könne wegen des laufenden Verfahrens allerdings kaum Einzelheiten nennen.

Das Gebäude wurde nach Angaben der Stadt im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrags an einen Erbbauberechtigten übertragen. Dieser besitzt grundsätzlich Rechte und Pflichten, die denen eines Eigentümers weitgehend entsprechen. Mit dem Vertragsabschluss habe die Stadt die Verantwortung für die Halle abgegeben und damit zugleich ihre unmittelbare Zugriffsmöglichkeit verloren.

Seit etwa zwei Jahren führt die Verwaltung nun nach eigenen Angaben einen Rechtsstreit gegen den gegenwärtigen Erbbauberechtigten. Eine Entscheidung lässt jedoch auf sich warten. Der gerichtliche Verkündungstermin sei inzwischen sechs- oder siebenmal neu angesetzt worden. Etwa alle 14 Tage werde die Stadt erneut vertröstet, hieß es bei der Veranstaltung.

„Uns sind als Stadt aktuell die Hände gebunden", fasste Rautenberg die Situation zusammen. Die Stadt arbeite jedoch an einer Lösung und versuche, wieder Zugriff auf die Halle zu erhalten.

Der Erbbaurechtsvertrag betrifft neben dem Gebäude auch angrenzende Flächen. Der Platz vor der Halle gehört nach Angaben der Stadt ebenfalls dazu, müsse aber aufgrund der vertraglichen Regelungen offengehalten werden. Das betrifft den dortigen Parkplatz, aber auch den Aussichtspunkt vor der Halle, doch da halte sich der Erbbauberechtigte gegenwärtig nicht an die Vorgabe. „Ich habe diesbezüglich bereits mehrfach schriftlich aufgefordert, die dortige Absperrung zu entfernen. Dieser Aufforderung sei bislang nicht nachgekommen worden", so Rautenberg. 

Auch die übrigen an der Halle gelegenen Parkplätze gehören zum übertragenen Gelände. Im Unterschied zur Fläche vor dem Gebäude seien diese aber weiterhin öffentlich zugänglich, wie es der Vertrag vorsehe.

×
Informiert bleiben

Wenn Sie den Blog abonnieren, senden wir Ihnen eine E-Mail, sobald es neue Updates gibt, damit Sie diese nicht verpassen.

KulturSinn Rhein-Selz Tradition: mit dem Orgel-Duo...
Mehr Grün für den Hof am Jugendhaus

Ähnliche Beiträge

 

Kommentare

Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!
Bereits registriert? Hier einloggen
Sonntag, 11. Oktober 2026

Sicherheitscode (Captcha)

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://rhein-selz-geht-aus.de/

Anzeige - Stadt Nierstein
Anzeige - Stadt Oppenheim

Veranstaltungskalender

Veranstaltungstipps in Rhein-Selz

Freizeittipps

Modulen Rhein-Selz entdecken - 6

Modulen Rhein-Selz entdecken - 1

Wandern und Radeln in Rhein-Selz

Modulen Rhein-Selz entdecken - 8

Blogkategorien

Sorry, this website uses features that your browser doesn't support. Upgrade to a newer version of Firefox, Chrome, Safari, or Edge and you'll be all set.