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Historisches Mauerwerk und Treppenanlage wieder gesichert
Die Arbeiten am Uhrturm wurden teurer als geplant.
OPPENHEIM: Zwei weitere Sanierungsmaßnahmen an der historischen Stadtbefestigung sind abgeschlossen. Stadtbürgermeisterin Silke Rautenberg (AL) berichtete bei der Einwohnerversammlung am 20. August 2026 über die Instandsetzung eines Stadtmauerabschnitts und der Treppenanlage am Uhrturm.
Zur Vorgeschichte: Der Handlungsbedarf erschloss sich der Stadt, als ein Anwohner die Stadt darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sich Steine aus dem Mauerwerk lösten und auf sein darunter abgestelltes Fahrzeug fielen. Daraufhin ließ die Stadtverwaltung den Abschnitt sichern und instand setzen.
Laut Rautenberg habe der Handwerker die Mauer über mehrere Wochen mit großer Sorgfalt wiederaufgebaut. Das Ergebnis sei ihrer Ansicht nach besonders gelungen, werde wegen der Lage auf der Rückseite des Parkplatzes allerdings nur von wenigen Menschen wahrgenommen.
Das wiederhergestellte Mauerwerk vermittle zugleich einen Eindruck vom früheren Erscheinungsbild der Oppenheimer Stadtbefestigung. Historische Aufnahmen zeigten, wie die Bebauung und der frühere Wasserlauf in diesem Bereich angeordnet gewesen seien. Unterhalb der Befestigung hätten sich einst vor allem Gärten und Felder befunden.
Laut Rautenberg sei inzwischen auch die Treppenanlage am Uhrturm fertiggestellt worden. Die Sanierung sei ein Anliegen des Vereins „Freunde des Uhrturms zu Oppenheim am Rhein", so die Stadtbürgermeisterin. Die Mitglieder müssten den Turm einmal pro Woche betreten, um das Uhrwerk aufzuziehen. „Das Geländer der Treppe war jedoch stark verrostet und bot nicht mehr die erforderliche Sicherheit", sagte Rautenberg. Das Mauerwerk wurde zuvor statisch untersucht und anschließend instand gesetzt.
Auch die Entwässerung bereitete Probleme, weil die Treppe ein Gefälle zum angrenzenden Gebäude aufwies. Das Regenwasser floss in der Folge gegen das Mauerwerk und verursachte Feuchtigkeitsschäden. Mit der neu aufgebauten Treppe verbesserte sich die Ableitung des Regenwassers. Im Inneren ließ die Stadt ein neues Geländer und einen zusätzlichen Handlauf anbringen.
Die Arbeiten dauerten rund ein Jahr und damit deutlich länger als zunächst erwartet. Ursprünglich waren Kosten von etwa 80.000 Euro veranschlagt worden. Nach Angaben Rautenbergs liegt die tatsächliche Summe bei rund 110.000 bis 120.000 Euro. Trotz der Mehrkosten habe sich die Maßnahme gelohnt.
Die Sanierung der Treppenanlage wurde als vorgezogener Bestandteil der geplanten Erneuerung der Mainzer Straße umgesetzt. Sie wird nach Angaben der Stadtbürgermeisterin zu einem großen Teil aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert. Der Förderanteil könne voraussichtlich bei rund 90 Prozent liegen. Das für entsprechende Maßnahmen verfügbare Budget sei bislang noch nicht ausgeschöpft.
Gregor Starosczyk-Gerlach
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