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Hallenbad Oppenheim: Stille Stunde geplant
Stell dir ein Hallenbad vor, in dem es still ist. Keine Musik aus den Lautsprechern, kein Pfeifen, kein Hall von zwanzig Stimmen gleichzeitig. Nur das Wasser. Für viele wäre das einfach angenehm; für manche Menschen ist es die Voraussetzung dafür, überhaupt schwimmen gehen zu können.
Genau so eine Stille Stunde soll es im neuen Hallenbad in Oppenheim geben. Und das ist längst nicht alles: Vom barrierefreien Eingang bis zum Zugang ins Wasser haben die Inklusionsbeiräte von Stadt und Verbandsgemeinde bei der Planung mitgeredet. Beim Richtfest am 26. September hat Gregor Starosczyk-Gerlach nachgefragt, was dabei herausgekommen ist.
Wie die Inklusion in die Planung kam
Beim Richtfest für das Hallenbad kam die Inklusion als ein Kriterium für ein Bürgerbad ins Spiel. Ein modernes öffentliches Gebäude sollte möglichst vielen Menschen offenstehen, sagte der Erste Beigeordnete der Stadt Oppenheim, Stephan Arnold (WfO). Für die Inklusionsbeiräte der Stadt Oppenheim und der VG engagierten sich bei den Planungen die beiden Vorsitzenden Barbara Enke (Stadt) und Sina-Katharina Scherer (VG), sagte er. Scherer führte im Gespräch mit "Rhein-Selz geht aus" aus, dass die Architekten die Anregungen für den Innen- und Außenbereich aufgenommen haben. Vorgesehen sind unter anderem ein barrierefreier Eingang und Orientierungshilfen für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen. Auch eine ursprünglich anders geplante Umkleide sei nach den Gesprächen vergrößert und als barrierefreie Umkleide konzipiert worden. Hinzu kommen ein Abstellplatz für Rollstühle und ein barrierefreier Zugang ins Wasser.
Eine Stunde mit möglichst wenig Lärm
Fest im Konzept verankert sei laut Scherer außerdem eine "Stille Stunde". Zu bestimmten Zeiten soll das Bad mit möglichst wenigen akustischen Reizen genutzt werden können: beispielsweise ohne Musik und unter entsprechend angepassten Rahmenbedingungen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen. Wie häufig und zu welchen Zeiten die Stille Stunde angeboten wird, steht noch nicht fest. Bei der Belegungsplanung müssten unter anderem Schulschwimmen, Vereine und der reguläre Badebetrieb berücksichtigt werden. "Aber wir werden die unterkriegen", zeigte sich Scherer überzeugt.
Text: Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich bin gespannt, wann die erste Stille Stunde stattfindet. Sobald die Zeiten feststehen, liest du es hier. Mehr zum Neubau, zu den Kosten und zum Energiekonzept findest du in Gregors Bericht vom Richtfest:
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