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Gegen die Hitze in der Stadt

Hitzeschutz-Oppenheim

Stadtrat nimmt WfO-Antrag an – Umweltausschuss soll Maßnahmen entwickeln

OPPENHEIM. Heiße Tage und aufgeheizte Plätze haben im Sommer auch in Oppenheim die Frage aufgeworfen, wie sich die Stadt besser gegen Hitze wappnen kann. Inzwischen hat das Thema den Stadtrat erreicht. Das Gremium griff mit seiner jüngsten Entscheidung die Initiative der Wählergruppe Wir für Oppenheim (WfO) auf.

In der Sitzung am 8. September nahm das Gremium einen Antrag der WfO zur Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans an. Zur weiteren Ausgestaltung wurde das Thema an den Umweltausschuss verwiesen. Damit soll sich Oppenheim künftig systematischer mit den Folgen längerer Hitzeperioden beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wo fehlen Bäume, wo Schattenplätze und wo Möglichkeiten, sich an heißen Sommertagen abzukühlen?

Der Antrag der WfO-Fraktion zielte konkret darauf, Oppenheim besser auf länger anhaltende Hitzeperioden, hohe Temperaturen und Trockenphasen vorzubereiten. Dem Antrag zufolge soll die Stadtverwaltung einen Hitzeaktionsplan mit konkreten Vorschlägen für mögliche Maßnahmen erarbeiten. Zugleich sollen Fördermöglichkeiten von Land, Bund und Europäischer Union für die Erstellung eines solchen Konzepts und die Umsetzung einzelner Projekte geprüft werden. Als Beispiel nennt die WfO das Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz". Dabei soll der Umweltausschuss auch auf die bereits vor Ort gewonnenen Erkenntnisse und Messergebnisse zurückgreifen.

Bereits während der heißen Hochsommerwochen hatte ein WfO-Team um Ulrich Jäger, Kerstin Thieme-Jäger und Frank Hartmann an verschiedenen Stellen in Oppenheim Temperaturmessungen vorgenommen. Ende August folgte ein öffentlicher „Hitze-Walk". Unter dem Motto „Messen, erkennen, gestalten – für eine kühlere Stadt!" waren Teilnehmer mit Messgeräten in der Stadt unterwegs.

Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen, wie unterschiedlich sich begrünte und versiegelte Flächen aufheizen und welche Orte bei hohen Temperaturen noch eine gute Aufenthaltsqualität bieten. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen nun auch in die weitere politische Beratung einfließen.

„Wir brauchen innerstädtisch mehr Bäume, Bänke, schattenspendende Plätze und Wasserspender, damit unsere Stadt auch an heißen Tagen lebenswert bleibt", erklärt WfO-Vorsitzender Torsten Kram. Nach Einschätzung von Ulrich Jäger, Mitglied im Umweltausschuss, zeigen die bisherigen Messungen Handlungsbedarf und liefern zugleich Anhaltspunkte für eine an Hitze angepasste Gestaltung der Stadt.

Dabei geht es nach dem Antrag nicht allein um Maßnahmen auf öffentlichen Flächen. Auch die Frage, welchen Beitrag Grundstückseigentümer selbst leisten können, soll eine Rolle spielen. Neben zusätzlichen Bäumen und Schattenspendern nennt die WfO schattige Ruheplätze und Wasserspender als mögliche Ansatzpunkte.

Übrigens stellte die Wählergruppe den Hitzeschutz in einen größeren Zusammenhang mit der Anpassung an Wetterextreme. Nachdem sie bereits Vorsorgemaßnahmen gegen Hochwasser und Starkregen thematisiert habe, müsse sich Oppenheim aus ihrer Sicht ebenso auf Hitze und längere Trockenphasen vorbereiten.

Der Umweltausschuss soll das Thema nun weiter ausarbeiten. Damit führt der Weg vom sommerlichen Hitze-Walk in die konkrete Beratung darüber, wie sich Oppenheim langfristig besser auf heiße Tage vorbereiten kann.

Gregor Starosczyk-Gerlach 

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