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Wein, Weite und ein frisches Konzept – die Weinpräsentation am Roten Hang 2026
Der Rote Hang braucht kein perfektes Wetter. Als Ursula Müller, die neue Vorsitzende des Vereins, am Freitagabend ans Mikrofon trat, war der Himmel bewölkt – und trotzdem war dieser Ort genau das, was er immer ist: außergewöhnlich. Die Reben, der Blick über den Rhein, die Stille zwischen den Gesprächen. Wer einmal hier oben steht, versteht, warum Menschen Jahr für Jahr den Hang hochlaufen.
Für mich war es der erste Besuch – und ich sage es ganz offen: Es wird nicht der letzte sein.
Ein neues Konzept - Wein erleben, wo er wächst
In diesem Jahr kam die 35. Weinpräsentation am Roten Hang mit einem frischen Ansatz. Statt dem obligatorischen kleinen Schluck gibt es jetzt standardmäßig ein 0,1-l-Glas – Platz genug zum Riechen, Schwenken und wirklich Schmecken. An jedem der fünf Pavillons lassen sich drei Rieslinge aus verschiedenen Lagen direkt miteinander vergleichen. Dazu gibt es Sammelkarten zu jedem Flight – wie Ursula Müller es mit einem Lächeln formulierte: „Statt Fußballer auf Paninis sammeln wir dieses Jahr lieber die Lagen vom Roten Hang."
Unter den Leitmotiven „Genuss & Aussicht" und „Tiefe & Terroir" ist für jeden etwas dabei – ob man einfach in der Landschaft sitzen und einen unkomplizierten Wein genießen möchte, oder tief eintauchen will in die Unterschiede zwischen Orbel, Hipping und Ölberg. Erstmals gab es an allen Pavillons neben Riesling auch weitere Rebsorten – leicht, zugänglich, ein bewusst niederschwelliger Einstieg in die Vielfalt der Weine vom Roten Hang.
Neue Vorsitzende, starke Gemeinschaft
Ursula Müller, Winzerin aus Nierstein und seit langem aktiv am Roten Hang, übernahm in diesem Jahr den Vorsitz des Vereins. Ihre Verbundenheit mit diesem Ort reicht tief – ihre Eltern Ulrike und Albrecht Schneider gehören zu den Pionieren der ersten Stunde, die damals die Idee hatten, gemeinsam für den Roten Hang zu werben und seine Weine in die Welt zu tragen.
In ihrer Eröffnungsrede dankte sie herzlich ihrem Vorgänger Konstantin Guntrum, der den Verein 16 Jahre lang geprägt hat – durch Höhen und Tiefen, durch Corona und wieder hinaus. „Was heute hier steht, trägt vieles deine Handschrift", sagte sie.
Einen besonderen Dank richtete sie auch an Maike Riedel, die im Hintergrund die Fäden zusammenhält und aus Ideen konkrete Projekte macht. Und sie begrüßte Gina Gehring als neue stellvertretende Vorsitzende – „frischer Wind in die Runde".
Willkommen geheißen wurden auch Elena Klein, Niersteiner Weinkönigin, und Jil Kleber, Rheinhessische Weinprinzessin, die den Abend mit begleiteten.
Und dann noch dieser eine Satz, der nachhallt: „Wir sollten uns auf gar keinen Fall die Freude am Genuss nehmen lassen. Den Blick für das Schöne nicht verlieren – selbst dann, wenn die Welt gerade laut und kompliziert ist."
"Rheinhessen ausgezeichnet" - zum vierten Mal in Folge
Jil Kleber, Rheinhessische Weinprinzessin, hatte an diesem Abend eine besondere Aufgabe: Sie überreichte dem Verein die Urkunde „Rheinhessen ausgezeichnet" Seit 2014 zählt die Weinpräsentation am Roten Hang zu den ‚Rheinhessen AUSGEZEICHNET Weinfesten'und auch in diesem Jahr dürfen wir uns wieder über die offizielle Urkunde freuen.. „Das zeigt, wie konstant hier Jahr für Jahr auf Qualität geachtet wird", sagte sie. Die Auszeichnung steht für Weinqualität, Ambiente und Gastfreundschaft – und genau das erfülle die Weinpräsentation am Roten Hang auf besonderem Niveau. Auf dem Weg hinauf habe sie bereits Besucher aus der Ferne getroffen – ein Zeichen dafür, wie weit die Strahlkraft dieses Festes reicht.
Der Rote Hang: Heimat, Geologie und 280 Millionen Jahre
Elena Klein, Niersteiner Weinkönigin, stand zum zweiten Mal bei der Weinpräsentation – und man spürte, dass dieser Ort auch für sie etwas Besonderes bedeutet. „Gemeinsam stehen wir vor einem Ort, der weit mehr ist als eine Weinlage", sagte sie. Die roten Ton- und Sandsteine des Hangs entstanden vor rund 280 Millionen Jahren – und prägen bis heute den unverwechselbaren Charakter der Weine, ihre Finesse, ihre Mineralität, ihre Eleganz.
Aber der Rote Hang ist mehr als Geologie. Er ist Heimat, Tradition, Leidenschaft. Generation für Generation haben die Winzerfamilien diesen besonderen Landstrich geprägt – mit Können, harter Arbeit und tiefem Respekt vor der Natur. „Wir laufen entlang und denken uns jedes Mal: Wir leben einfach in so einer tollen Natur. Wir können stolz sein, hier leben zu dürfen."
Der Rote Hang hat diese Wirkung. Man kommt – und will wiederkommen.
Noch ein paar Impressionen
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