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Auf den Spuren des Bauernkriegs in Rheinhessen

NACHBERICHT_Vortrag_Bauernkrieg

Vortrag von Raoul Hippchen beim Geschichtsverein Nierstein

Ob es im Umfeld der sogenannten Bauernkriege Anfang des 16. Jahrhunderts auch in Nierstein Unruhen gab, weiß man mangels Quellen leider nicht. Das schickte Referent Dr. Raoul Hippchen bei der gut besuchten Vortragsveranstaltung des Geschichtsvereins Nierstein in der AWO-Begegnungsstätte gleich vorweg. 

Doch hat man sicher auch hier etwas von den Aufständen, die Rheinhessen im späten Frühjahr 1525 erreichten, gehört oder erfahren. Hippchens Vortrag machte deutlich, wie unterschiedlich diese Unruhen waren: Je nach Ort beteiligten sich neben Bauern auch ganz andere Bevölkerungsgruppen bis hin zum Adel, wählte man verschiedenste Wege des Protests, der zwar gelegentlich auch kämpferische Züge annahm, aber in Rheinhessen kaum als Krieg zu bezeichnen war. Je nach Zusammensetzung wechselten die Prioritäten bei den Forderungen: Die Inhalte waren individuell, da auch die Unzufriedenheit sehr unterschiedlich begründet war. Häufig richtete sich diese gegen die privilegierte Geistlichkeit und deren Sonderrechte. Gewalttätige Auseinandersetzungen waren, so der Referent, eher selten und wurden von außerhalb in das rheinhessische Gebiet getragen. 


Gut besucht war die Vortragsveranstaltung des Geschichtsvereins Nierstein in der AWO-Begegnungsstätte.

Von außen kam schließlich nach wenigen Monaten auch das nun durchaus kriegerische Ende: Fürstliche Heere fielen ein und erzwangen die Unterwerfung der aufständischen Gruppierungen. „Die Bestrafung traf nicht nur einzelne Akteure, sondern ganze Orte," erläuterte Hippchen.

Die Ergebnisse seiner Forschungen sind, kündigte die stellvertretende Vereinsvorsitzende Dr. Susanne Bräckelmann an, bald nachzulesen: Sie sollen im nächsten Jahr in dem von Nina Gallion, Gunter Mahlerwein und Matthias Schnettger herausgegebenen Band „Der ‚Bauernkrieg' an Rhein und Main" veröffentlicht werden. 

Referent Dr. Raoul Hippchen und Dr. Susanne Bräckelmann, zweite Vorsitzende des Geschichtsvereins. Fotos: Heiner Bräckelmann
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