Montag, 20 Mai 2019

Ausstellung Farbenrausch mit Bildern von Hannelore Roth im Museum Guntersblum

Farbenrausch mit Bildern von Hannelore Roth im Museum Guntersblum

Am 10.03.2019 wurde im Museum Guntersblum die Ausstellung der Werke von Hannelore Roth aus Nierstein eröffnet. Ein sehr interessiertes Publikum sah sich die 40 Bilder an, die sich zur Interpretation anboten.

Frau Roth benutzt als Malfläche und Rahmen ausschließlich Materialien wie Sofa-Bezüge und T-Shirts, die sonst in den Müll wandern würden. Damit signalisiert sie, dass Kunst nicht auf Kosten der Umwelt gehen sollte, sondern ein Mittel zur Veredelung des als Abfall bezeichneten Materials sein kann. Sie malt zuerst alles, was ihrer Fantasie entspringt, lässt sich von ihrer Inspiration und Gemütslage leiten und überlegt sich erst im Nachhinein, welchen Titel ihre Werke bekommen könnten. Die Betrachter geben heimlich jedem Werk einen Titel, der in der Meinung der Künstlerin genauso legitim ist, wie der Satz, den sie sich nach der Vollendung des Opus ausdenkt. Kunst ist für sie das Überbringen einer optischen Botschaft, die je nach mentalen Schablonen oder nach der blühenden Fantasie der Betrachter kanalisiert werden kann.

Es ist unmöglich, Hannelore Roth, die begabte Autodidaktin, als Künstlerin einer bestimmten Schublade zuzuordnen. Ihre Werke sprudeln vor authentischem Pathos, das als solcher auf den Betrachter wirken soll.

Beispiel "Zugvögel": In der Verfremdung wirken diese nach oben gerichteten, von der Schwerkraft befreiten Gestalten, wie Hexen, die sich auf ihren Besen auf dem Flug zum Brocken befinden. Aber nein, es sind keine Hexen, es sind Zugvögel, die in wärmeren Gefilden überwintern wollen. Ein Motiv, für den einen offensichtliche eine Papaya, entpuppt sich für den anderen als etwas "Unbekanntes". Ein in den Farben von John Players Special (Schwarz und Gold) abgebildetes V-Zeichen heißt einfach "Abgehakt".

Die Symbolik von Frau Roths Bildern veranschaulicht die Vielfalt der Interpretationsmöglichkeiten, die sich der Unterscheidung entziehen zwischen Freud und Lieschen Müller. Erlaubt ist die Interpretation, die einem gefällt.

Die Ausstellung kann an jedem Sonntag und Feiertag zwischen 14 und 18 Uhr im Museum Guntersblum, Kellerweg 20, bis zum 19. Mai besichtigt werden. 

Rechte:
Text: Dr. Julius Franzot
Foto: Albert Hillesheim

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