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Spannende Einblicke bei der Gemarkungswanderung 2026 in Undenheim
Am vergangenen Sonntag hatte ich die Gelegenheit, an der Gemarkungswanderung des Heimatvereins Undenheim teilzunehmen. Bei strahlendem Winterwetter machten sich rund 50 WanderInnen auf eine etwa 6,5 Kilometer lange Strecke, die in gut zweieinhalb Stunden viele interessante Einblicke in die Ortsgeschichte Undenheims und die Bedeutung der Flurnamen in der Gemarkung bot.
Feldgeschworene und Steinsetzer
Wusstet Ihr, dass dieser Brauch auf eine jahrhundertealte Tradition zurückgeht? Früher war das Sichern der Grenzmarken von großer Bedeutung, da viele Menschen von Land- und Forstwirtschaft lebten und ihr Grundbesitz wertvoll war. Um die Grenzen zu kontrollieren und das Wissen darüber an die nächste Generation weiterzugeben, wurden im Mittelalter einmal jährlich die Grenzen abgegangen – daraus entwickelte sich der bis heute beliebte Grenzgang.
Die sogenannten Feldgeschworenen oder Steinsetzer waren damals dafür verantwortlich, Flurgrenzen mit Grenzsteinen zu markieren und zu kontrollieren. Ein Verschieben oder Entfernen wurde streng bestraft. Zur Kennzeichnung nutzten die Feldgeschworenen geheime Zeichen, sogenannte Unterlagen oder Belege. Besonders markante Zeichen aus langlebigen Materialien wie gebranntem Ton oder Metall wurden in einer geheimen Anordnung – dem „Siebenergeheimnis" – rund um den Grenzstein platziert. So konnten Veränderungen schnell erkannt werden.
Erst im 19. Jahrhundert wurde die Land- und Katastervermessung systematisch eingeführt; heute übernehmen Satelliten diese Aufgabe.
Die Bedeutung der Flurnamen
Flurnamen sind überlieferte Bezeichnungen für geografische Orte, die sich im jeweiligen regionalen Dialekt herausgebildet haben. Früher wurden sie verwendet, um die genaue Lage eines Flurstücks oder einer Parzelle innerhalb einer Gemarkung eindeutig zu bestimmen. Ein Flurname orientierte sich meist an einem auffälligen Merkmal oder einer besonderen Geländeeigenschaft, wie etwa einem Berg, Tal, Baum, Gehölz, einer Quelle oder ähnlichem, oder er leitete sich vom Namen des Eigentümers ab. Leider gehen viele dieser Flurnamen durch Flurbereinigungen oder Bebauungen verloren. In manchen Fällen erhalten sie sich nur noch in Straßennamen, wie beispielsweise „An der Römervilla" oder „Im Grohfuß", wo ich selbst wohne.
Gemütlicher Abschluss
Zum Abschluss der Wanderung genossen wir im Keller des Heimatmuseums bei Kaffee und Kuchen die Gelegenheit, die vielen neuen Eindrücke entspannt auszutauschen.
Über weitere Funde und Erkenntnisse aus den Undenheimer Fluren werde ich zu einem späteren Zeitpunkt berichten.
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