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„Kämpfer für ein weltoffenes und aufgeklärtes Christentum" - Albert Schweitzer im Fokus des Oppenheimer Reformationsgottesdienst

Gruppenbild_Reformationsgottesdienst_2025 Wirkten am Oppenheimer Reformationsgottesdienst 2025 mit: (v.l.) der Oppenheimer Pfarrer Eric Bohn, Kirchenvorsteherin Dr. Caroline Flick, der DSV-Vorsitzende Hans-Peter Rosenkranz, Prof. Dr. Werner Zager (Predigt), Dekan Olliver Zobel, die stellvertretende Dekanin Vanessa Bührmann. Foto: Hilke Wiegers

Am Reformationstag erinnert die Evangelische Kirche an die Freiheit des Glaubens, die Martin Luther mit seinen 95 Thesen an der Wittenberger Schlosskirche für alle ChristInnen eingefordert hat. In dieser Tradition steht auch Albert Schweitzer (1875–1965): Theologe, Musiker, Arzt und einer der bedeutendsten humanistischen Denker des 20. Jahrhunderts.

Welche Impulse Schweitzer dem Protestantismus mit seiner menschenzugewandten Ethik gegeben hat, erläuterte Prof. Dr. Werner Zager, Theologe und Schweitzer-Forscher aus Worms, im Reformationsgottesdienst in der Oppenheimer Katharinenkirche. Seine Predigt trug den Titel „Protestantische Freiheit im Sinne Albert Schweitzers". 

Kritikfähigkeit als Kern wahrer Freiheit

Zager hob vier zentrale Gedanken hervor, die Schweitzer formulierte und die bis heute aktuell sind. Erstens: Wahre protestantische Freiheit beinhaltet die Fähigkeit zur Selbstkritik – sie ist „der erste Schritt zu einem wahrhaftigen Christentum". Zweitens: Auch Glaubensvorstellungen unterliegen dem Wandel der Zeit. „Zur Wahrhaftigkeit des Glaubens gehört es, sich neuen Erkenntnissen nicht zu verschließen", betonte Zager. Ein solch weltoffenes und aufgeklärtes Christentum hatte bis in die 1960er Jahre in Deutschland einen schweren Stand – umso wichtiger waren damals die ermutigenden Worte Albert Schweitzers.

Toleranz und Dialog als bleibende Mahnung

Drittens erinnerte Zager an Schweitzers Überzeugung, dass ChristInnen aktiv den Dialog mit Menschen suchen sollten, die dem Glauben fernstehen. In einer von Individualität und Technik geprägten Gesellschaft bleibe diese Offenheit „eine schlichte Notwendigkeit". Viertens plädierte Schweitzer klar für Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Zager formulierte es so: „Die Zukunft unseres Christentums muss es ermöglichen, dass weltoffen und freiheitlich Glaubende sowie solche, die sich in einem dogmatisch verfassten Glauben zu Hause fühlen, zusammenleben – ohne einander zu befehden." 

Prof. Dr. Werner Zager predigte von der Kanzel der Oppenheimer Katharinenkirche vor voll besetzten Kirchenbänken über den Theologen, Musiker, Arzt und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer Foto: Hilke Wiegers

"Wir haben etwas für die Gesellschaft beizutragen"

Auch Dekan Pfarrer Oliver Zobel griff diesen Gedanken der verantwortlichen Haltung in seiner Begrüßung auf und weckte damit besondere Aufmerksamkeit bei den GottesdienstbesucherInnen. „Wir dürfen nicht davon ablassen zu sagen, dass wir etwas für die Gesellschaft beizutragen haben", forderte er. Zugleich ehrte er Dr. Wiltrud Coerdt, eine verdiente Ehrenamtliche der Oppenheimer Kirchengemeinde, mit der EKHN-Ehrenurkunde. Coerdt hat sich unter anderem als Vorsitzende der Verwaltungskommission des Altenzentrums Oppenheim „Stiftung Zivilhospital" große Verdienste um Kirche und Allgemeinheit erworben. 

Musik verbindet Glauben und Geist

Der Gottesdienst wurde von der stellvertretenden Dekanin Vanessa Bührmann, Pfarrer Eric Bohn, DSV-Vorsitzendem Hans-Peter Rosenkranz sowie Kirchenvorsteherin Dr. Caroline Flick mitgestaltet und bot viele inspirierende Impulse. Diese wurden durch das beeindruckende musikalische Programm eindrucksvoll ergänzt: Die Kantorei St. Katharinen präsentierte unter anderem den Choral „Nun danket alle Gott", begleitet vom Bläserensemble St. Katharinen mit Gästen aus den Posaunenchören des Dekanats und der Propstei unter Leitung von Propsteikantor Ralf Bibiella mit einem Prélude von Alexandre Guilmant. Den stimmungsvollen Abschluss bildete das Intermezzo aus der 6. Orgelsymphonie von Charles-Marie Widor, gespielt von Kirchenmusikerin Dr. Katrin Bibiella auf der registerreichen Woehl-Orgel.


Dieser Gottesdienst zeigte eindrucksvoll, wie Albert Schweitzers Gedanken bis heute lebendig bleiben – als Einladung zu einem offenen, kritischen und toleranten Glauben in unserer Region.  

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