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Insider-Tipp in Rhein-Selz: der Metternichhof in Nierstein

Adventskalender-2025-12-06 Insider-Tipp in Rhein-Selz: Der Metternichhof in Nierstein

Heute, am Nikolaustag, bleiben wir in Nierstein, wo am zweiten Adventswochenende der stimmungsvolle Adventsmarkt rund um den Marktplatz stattfindet.

Dabei möchte ich Euch einen ganz besonderen Schatz unserer Region vorstellen: den Metternichhof. Wusstet Ihr, dass er als ältester Adelshof des Ortes gilt und zu den bedeutendsten historischen Gebäuden im alten Ortskern zählt? Sein mittelalterlicher Wohnturm erzählt eine faszinierende Geschichte – vom wehrhaften Adelssitz hin zu einem repräsentativen Wohnhaus, das heute ein wichtiger Teil der Niersteiner Stadtgeschichte ist.

Der Metternichhof liegt mitten im alten Ortskern, ganz in der Nähe vom Marktplatz und der Martinskirche. Hier haben sich früher mehrere Adelshöfe versammelt – ein deutliches Zeichen dafür, wie bedeutend Nierstein im Mittelalter war. Die Nähe zum Rhein, ein Fährübergang und wichtige Handelswege ließen den Ort damals richtig aufblühen.

Früher gehörten zum Metternichhof nicht nur das Haupthaus, sondern auch das alte Kelterhaus und die Stallungen. 

Die bewegte Geschichte des Adelshofs

Ab 1456 gehörte der Adelshof den Schlichter von Erpfenstein – die ihn vermutlich auch erbaut haben. Der letzte Vertreter dieses Geschlechts Philipp Schlichter von Erpfenstein war 1563 Schultheiß – d.h. Vorsitzender des Rittergerichtes – und natürlich ein Mitglied des Adels. Sein Grabmal befindet sich übrigens in der benachbarten Martinskirche. Da er keine Nachkommen hatte, erbte seine Nichte Anna den Hof und so kam er in den Besitz der Familie von Mauchenheim, auch bekannt als von Bechtolsheim. Um 1628 erhielt der Hof seinen heutigen Namen, als der Kölner Adelige Johann Adolf Wolff genannt Metternich zur Gracht ihn kaufte.

Der Bau selbst ist besonders spannend: Der Kern stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Wohn- und Wehrgebäude besitzt dicke Mauern – bis zu 60 Zentimeter! Oben findet Ihr Schießscharten, die für verschiedene Waffen gebaut wurden – das ist ziemlich ungewöhnlich, denn hier gibt es gleich drei Scharten für Feuerwaffen und eine für Armbrust oder Bogen. Außerdem gab es Wehrgänge mit erhöhtem Eingang – so konnte man bei Gefahr einfach die Leiter hochziehen und Eindringlinge draußen halten.

Im 16. Jahrhundert wurde ein Anbau mit Treppenturm errichtet – davon steht heute nur noch der Turm.

Die Rettung des Metternichhof

 Nach einer Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde der Hof um 1717/18 wieder aufgebaut und sogar erweitert.

Im 20. Jahrhundert drohte der Hof zu verfallen, doch glücklicherweise wurde er 1985 unter Denkmalschutz gestellt. Nach einigen Auseinandersetzungen setzte sich die Erkenntnis durch: Dieses Schmuckstück muss erhalten bleiben! In den 1990er Jahren wurde alles sorgfältig saniert – besonders der große Saal mit seinen beeindruckenden Renaissance- und Barockmalereien wurde freigelegt und restauriert.

Heute ist der Metternichhof nicht nur das älteste Beispiel eines Adelshofes in Nierstein, sondern auch ein lebendiges Stück Geschichte voller spannender Geschichten.

Also: Beim Adventsspaziergang durch Nierstein lohnt sich ein Abstecher zum Metternichhof – ein echter Insider-Tipp für alle, die unsere Region lieben und Neues entdecken wollen!

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